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> Warum Täterarbeit nicht bei Tätern endet  I
eine Analytische Reise durch linken Raum und Zeit
<

> was, wenn du einer Grenzverletzung beschuldigt wirst? <

„> Pro-feministisch: Wieso nicht!?! von Joe Schmoe <„

HOTLINES:
MÄNNERBERATUNG / TÄTERARBEIT
Männerberatung: maenner.at – 01 / 603 28 28 // Wien
vmg-steiermark.at – 0316 / 83 14 14 // Steiermark
mannsbilder.at – 0512 /57 66 44 // Tirol
Familientherapie-Zentrum – 0732 / 66 64 12 // OÖ
ratundhilfe.net – 02742 / 35 35 10 // NÖ
caritas-kaernten.at/hilfe-einrichtungen/maennerberatung – 0463 / 59 95 00 // Kärnten
maennerwelten.at – 0662 / 88 34 64 // Salzburg
caritas-burgenland.at/hilfe-einrichtungen/menschen-in-beziehungen/gewaltberatung – 0676 / 83 730-312 // Burgenland
kath-kirche-vorarlberg.at/organisation/maennerbuero/maennerberatung – 05522 / 74 139 // Vorarlberg
UNTERSTÜTZUNG BETROFFENER
kostenlose, österreichweite Frauenhelpline: 0800 / 222555
interventionsstelle-wien.at – 01/585 32 88 (auch Prozessbegleitung möglich) // Wien
24h Frauennotruf der Stadt Wien – 01 / 71 71 9
frauenberatenfrauen.at – 01 / 587 67 50 // Wien
frauenberatung.at – 01 / 523 22 22 // Wien
frauen-gegen-vergewaltigung.at – 0512 / 57 44 16 // Tirol
taraweb.at – 0316 / 31 80 77  // Steiermark
frauenzentrum.at – 0732 / 60 22 00 // OÖ
frauennotruf-salzburg.at – 0662 88 11 00 // Salzburg
frauenberatung-oberwart.at – 03352 / 33855 // Burgenland
gewaltschutzzentrum-noe.at – 02742 /  319 66 // NÖ
ifs.at/gewaltschutzstelle.html – 05522 / 82440 // Vorarlberg
gsz-ktn.at – 0463 / 590 290 // Kärnten

 

WARUM TÄTERARBEIT
NICHT BEI TÄTERN ENDET

TEIL 1: eine analytische Reise durch linken Raum und Zeit
von  den  reSISTⒶS

Immer wieder sehen wir, dass Frauen* und andere Gender konfrontiert sind mit sexistischer oder sexualisierter Gewalt, über- oder untergriffigem Verhalten und Delegitimation ihrer Bedürfnisse und Kritik.
Während es in der Linken in Wien zumindest theoretisch die Möglichkeit gibt, sich als Betroffene Unterstützung zu holen bei der Konfrontation oder Veröffentlichung eines Täters*, gibt es andererseits eher wenig Ressourcen, die den Täter* bei einer selbstkritischen, antisexistischen Auseinandersetzung mit seinem eigenen Verhalten unterstützen. Dabei wäre aber eine derartige Auseinandersetzung nicht nur profitabel für den Täter*, sondern würde in weiterer Folge Konfrontationen mit Tätern* sinnvoller für Betroffene machen und überdies Gefahren, die von Tätern* ausgehen, in Zukunft zumindest minimieren.
Allein, dass wir uns konfrontiert sahen mit fehlenden Strukturen für Täterarbeit, war Grund genug diese selbst zu schaffen. Es war also eine deutlich spürbare Notwendigkeit, auf die wir geantwortet haben, als wir 2010 begannen, Täterarbeit zu machen.

Unsere Ziele dabei waren, dem Täter* auf einer persönlichen Ebene zu begegnen, ihm die Wahrnehmung und Kritik der Betroffenen näher zu bringen und die Umsetzung ihrer Forderungen zu forcieren, sowie ihn bei selbstkritischer Aufarbeitung seines Verhaltens zu unterstützen und dabei immer den Fokus auf Solidarität mit der Betroffenen zu lenken.
Während das zumindest in den meisten Täterarbeits-Situationen gelungen ist, sahen wir uns bald mit einer Problematik konfrontiert, die wir in diesem Ausmaß nicht erwartet hatten:
. . .   das täterschützende Umfeld.

So gut wie jede Betroffene, mit der wir Kontakt hatten, musste sich nicht nur mit der vom Täter* ausgehenden Gewalt auseinandersetzen, sondern auch mit der des – zu meist – gemeinsamen Umfeldes, das ihr eine Konfrontation des Täters* erschwerte bis verunmöglichte. Während es Betroffenen kaum möglich war, einen für sie erträglichen Umgang mit Erlebtem zu finden, wurden sie zusätzlich von vermeintlichen Freund_innen, Unterstützer_innen oder Bekannten massiv bedrängt und belastet. So wurden Betroffene nicht mehr gegrüßt, bei Plena ignoriert, nicht mehr eingeladen oder sogar aktiv mit tätersolidarischen Aussagen beladen, der Lüge bezichtigt und mit Selbstmordempfehlungen konfrontiert. Erschreckend ist, dass selbst Interventionsversuche von Seiten der Täter* wenig Einfluss auf bereits entstandene betroffenenfeindliche Dynamiken nehmen konnten.

Aber woher kommen diese gewalthaltigen Dynamiken in sozialen Gruppen, die sich gegen Betroffene von sexistischer und sexualisierter Gewalt richten?

Gerade in Zusammenhängen, die sich als emanzipatorisch definieren und gegen Unterdrückungsmechanismen aussprechen, könnte erwartet werden, dass sie Profilierungs- und Legitimationsversuche von Tätern*, Victim Blaming, sowie gewalthaltige Gruppendynamiken durchschauen und sich solidarisch zeigen mit Betroffenen von Gewalt.
Was aber tatsächlich passiert, ist dass Kritik generell, vor allem an sexistischen Strukturen und sexualisierter Gewalt, viel sichtbarer ist als die Gewalt des Täters* oder der Gruppe. Oft reicht schlicht die Reaktion auf Erlebtes von Seiten der Betroffenen, wie bspw. eine Veränderung in ihrem Verhalten, und die Betroffene wird innerhalb der Gruppe zum Störfaktor degradiert. Auch ohne Öffentlichmachung von Seiten der Betroffenen, wird eine Gruppe unweigerlich Veränderungen zwischen Einzelpersonen wahrnehmen. Kommt es zu einer Entscheidung zwischen Betroffener und Täter*, fällt diese innerhalb von Gruppen oder Freund_innenkreisen – ob unbewusst oder bewusst – eher zugunsten des Täters* aus. Der Umgang mit einem Täter*, der im Gegensatz zur Betroffenen „kein Problem“ zu haben scheint, wird als leichter wahrgenommen.
Von der Betroffenen wird erwartet „darüber zu stehen“, da sie ansonsten in der Wahrnehmung der Gruppe deren Strukturen gefährdet. Dass diese Gefährdung in erster Linie vom Täter* ausgeht wird ausgeblendet oder hingenommen in dem Wissen, dass die bereits ausgeübte Gewalt nicht mehr zu ändern und das Verhalten der Betroffenen auf der anderen Seite eine die Gruppe aktuell beeinflussende, sichtbarere Thematik ist.

In linken Strukturen scheint sich der Wert von Einzelpersonen zu meist über den Wert für die Gruppe zu definieren. Sobald also eine Betroffene nicht mehr vermögens scheint, ihre gewohnte Funktion innerhalb der Gruppe einzunehmen, quasi funktional zu sein ohne „Störungen“ zu verursachen, wird sie mit einer gewalthaltigen Dynamik bestraft, die ihr nur zwei Handlungsmöglichkeiten bietet: den Widerstand aufzugeben bzw. nicht „in die Gruppe zu tragen“, da Gewalt meist in den privaten Rahmen eingeordnet und dadurch auch dorthin verdrängt wird, oder weiterhin zum Störfaktor degradiert zu werden bis es zu einem Ausschluss von Seiten der Betroffenen oder der Gruppe kommt.

Ein Aspekt der Gewalt eines sexistischen oder sexualisierten Übergriffes, ist generell die Entwertung der Person, die den Übergriff (üb)erlebt. Indem eine Gruppe die Betroffene über ihre Funktionalität definiert und darüberhinaus auch noch ausschließt, stellt diese Dynamik eine weitere Entwertung ihrer Person dar und führt die Gewaltausübung des Täters* konkret fort.
Auch diese Bestätigung des Täters* durch die Gruppe ist ein Aspekt, warum Betroffene oftmals nicht fähig sind, ihren Alltag wie gewohnt aufzunehmen. Würde die Gruppe sich solidarisch zeigen mit der Betroffenen und sie in ihrem selbstbestimmten Umgang mit Erlebtem unterstützen, würde dies auch die Strukturen der Gruppe stärken und sowohl die Betroffene, als auch die Gruppe entlasten. Dies ist allerdings ein Prozess, in den die Gruppe sowohl Energie, als auch Zeit investieren und eine Möglichkeit bieten und wahrnehmen muss, gruppeninterne Positionen zu überdenken.
Ein generelles Problem ist aber, dass linke Strukturen, die anfangs eine emanzipatorische Zielsetzung hatten, oftmals auf erkämpften und notwendigen Positionen stagnieren, um letzlich in dogmatische Ausübungsmuster zu verfallen. Unter anderem aus Angst, gruppeninterne Verhaltensregeln, die ursprünglich mühsam reflektierter Konsens aus emanzipatorisch wichtigen Auseinandersetzungen waren, könnten gekippt werden und dies würde einen Rückschritt bedeuten. Das ist einerseits ein Grund für die Bildung von Hierarchien, die sich an gruppeninternen Regeln orientieren, andererseits führt es dazu, dass Kritik sehr schnell „erledigt“ werden möchte und längeranhaltende Auseinandersetzungen als potentielle Gefahr für den Gruppenkonsens und die „Harmonie“ der Gruppe verstanden werden. In diesem Zusammenhang erscheint es auch nachvollziehbar, wenn sich Personen, die von sich selbst denken, solidarisch mit einer Betroffenen zu sein, dennoch von dieser abwenden, sie ignorieren oder einfach keinen Umgang mit ihr finden. Aber gerade eine derart passive Art der Reaktion auf Betroffene unterstützt deren Erleben, allein gelassen zu werden mit der Situation und in weiterer Folge auch den Ausschluss oder das mehr oder weniger freiwillige Ausscheiden aus den Netzwerken.

Es wundert auch nicht, dass linke Strukturen zu meist von westeuropäisch weißen, jungen, mehr oder weniger „gesunden“ und akademischen Aktivist_innen dominiert werden, solange der Wert von Einzelpersonen über ihre Funktionalität für die Gruppe definiert wird und die stetige Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbstverständnis verunmöglicht wird.
Personen, die bspw. in der Illegalität leben, mit der Erhaltung ihrer Existenz ausgelastet sind, Verantwortung für andere tragen, wenig Zugang zu Bildung haben, weniger Geld und Zeit investieren können oder mit Barrieren konfrontiert sind – zB. sprachlich oder räumlich – werden weniger funktional für die Gruppe sein und in weiterer Folge weniger Bestätigung oder Rückhalt finden. Auch können unreflektierte Zuschreibungen, die auf Machtverhältnissen aufbauen, zu einer Unsichtbarmachung von (Mehrfach)leistung führen. Das heißt, erbrachte Leistung von weniger privilegierten Personen wird eventuell auch weniger gesehen.

Es reicht nicht, dass unser zurechtgelegter Widerstand gegen Unterdrückung und strukturelle Gewalt nur bei gruppenexternen Personen Anwendung findet oder aber bei solchen Personen, deren Funktionalität „entbehrlich“ scheint. Auch Gewalt innerhalb unserer Netzwerke muss thematisierbar sein und kritisierbar bleiben. Ein Umfeld, das auf eine wie oben beschriebene, tendentiell passiv wirkende und gleichzeitig sehr aktiv spürbare Weise Mobbing betreibt, Gewalt reproduziert und selbst ausübt, schützt generell alle Täter*, legitimiert ihr Verhalten und versorgt sie mit Ressourcen, weiterhin gewalttätig zu sein.
Wir finden es traurig, dass wir die Entwicklung dieser Dynamik in so gut wie jedem linken Raum und Zusammenhang finden mussten.
Wir schlagen vor, eure plakativen Anti-ismen nochmal zu überdenken, bis ihr fähig seid, diese auch weitgehend umzusetzen. Solange ihr Betroffene aus eurem Umfeld ausschließt und Täter* schützt, sollte dies auch in eurem Selbstverständnis vermerkt sein.

„Teil 2: Erfahrungsberichte und Öffentlichmachungen von Betroffenen“, sowie andere Features findet ihr in unserer Broschüre „WARUM TÄTERARBEIT NICHT BEI TÄTERN ENDET“, sowie bald auch online hier auf unserem Blog.

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WAS, WENN DU EINER GRENZVERLETZUNG
BESCHULDIGT WIRST?

Wenn du einer Grenzverletzung beschuldigt wirst, solltest du erst einmal tief durchatmen. Deine Reaktion kann sehr entscheidend sein bei den weiteren Konsequenzen, die diese Grenzverletzung aufwirft!

Zunächst einmal stellen sich Grenzverletzungen je nach Situation, Handlung und Wahrnehmung der Betroffenen unterschiedlich dar. Es kann eine verbale und/oder physische Handlung deinerseits sein, die Aktion und/oder Reaktion ist. Deine Intentionen können variieren, ebenso wie dein Näheverhältnis zur Betroffenen. Diese Umstände haben zwar Einfluss, sind aber nicht entscheidend, denn ein grundsätzlicher und ausschlaggebender Faktor bei jeder Grenzverletzung ist immer die Gewalt, die du ausgeübt hast und unter Umständen immer noch ausübst. Wenn eine persönliche Grenze überschritten wird, geschieht dies immer gegen den Willen der betreffenden Person und steht in Zusammenhang mit Fremdbestimmung und Bemächtigung der Entscheidungsgewalt über physische oder psychische, persönliche Belange. Das kann von körperlichen Übergriffen bis hin zur verbalen Reproduktion von Sexismen, Unterdrucksetzen, Einschüchtern, Intentionen absprechen oder zuschreiben, Triggern etc. jegliche Form der Machtausübung betreffen und hat immer ein individuelles Erscheinungsbild und individuelle Konsequenzen. Da aber eine Grenzverletzung, egal in welcher Form, immer mit Gewalt zu tun hat, war dein Verhalten, selbst wenn es dir vielleicht nicht bewusst ist oder nicht beabsichtigt war, gewalttätig.
Bei körperlichen Übergriffen und sexualisierter Gewalt sollte dies offensichtlich sein. Sexistische Gewalt hat allerdings mehr als nur ein Gesicht und es ist, entgegen einer weitverbreiteten Meinung, nicht möglich, diese durch Inaugenscheinnahme von Variablen und „Tathergängen“ objektiv zu beurteilen und kategorisieren. Sexistische Gewalt ist Gang und Gebe, jede Frau* ist permanent davon betroffen und leider passiert es viel zu oft, dass wir aus Angst, Stress, Genervtsein oder Überforderung darüber hinwegsehen oder Gewalt relativieren, indem wir sie mit gesellschaftlich und juristisch normierten und als „Gewaltverbrechen“ akzeptierten Übergriffsszenarien vergleichen („er hat sie ja nicht vergewaltigt“). Was bei all dem Diskutieren, Rechtfertigen oder Wegschauen ständig vergessen wird, ist dass eine Vergewaltigung genauso wenig wie jede andere Grenzverletzung kategorisierbar ist, da jede Kategorisierung die Wahrnehmung der Betroffenen ausschließt und somit auch strukturellen Sexismus und Machtverhältnisse. Denn wir leben in keinem Vakuum; unsere persönliche Geschichte und Stellung innerhalb der Gesellschaft spielen immer mit eine Rolle und machen jedes „Szenario“ individuell, vor allem in der Wahrnehmung. Was auch ständig vergessen wird, ist wie es der Betroffenen geht. Es wird gekämpft / gelitten / resigniert / weg geschaut / positioniert / unterstützt / relativiert / diskutiert / verteidigt – und selten Raum gelassen für die Wiederherstellung der Integrität und Eigenbemächtigung der Betroffenen. Denn dafür würde es meistens einer reflektierten Auseinandersetzung derjenigen Person benötigen, die diese Grenzverletzung begangen hat.

Wir haben es satt, dass Frauen* und andere nicht privilegierte Gender kämpfen müssen. Wir sehen mit feuchten Augen dabei zu, wie Unterstützer_innengruppen bestehen, Texte von Betroffenen kursieren und Informationen über Traumabewältigung ausgetauscht werden. Wir erleben den kleinen Widerstand in Freiräumen und auf der Straße, besprechen uns im Vertrauen, prangern sexistische Gewalt an und erfreuen uns dieser vielfältigen, (queer)feministischen Produktivität angesichts der Notwendigkeit. Dabei müssen wir mit einer solchen Behauptung auftreten, dass uns kaum Raum, geschweige denn Interesse oder Kraft bleibt für eine Auseinandersetzung mit den Verursachern* unserer Verletzungen. Da wir sehen, dass einerseits die Auseinandersetzung dieser Verursacher* mit ihrem Verhalten und den Bedürfnissen der Betroffenen existentiell sein kann und andererseits von Frauen* nicht erwartet werden kann, ständig die „FAQs“ zur Reflektierung einer Grenzverletzung zu liefern, haben wir uns entschlossen, unsererseits Empathie und Geduld aufzubringen, um in diesem Text diese Verursacher* auf ihrer persönlichen Ebene anzusprechen und dadurch einen kleinen Anstoß zur Auseinandersetzung zu liefern.

Du wirst jetzt vielleicht das Gefühl haben, ungerecht behandelt zu werden, weil deine Intentionen nicht berücksichtigt werden. Du willst vielleicht gehört werden, bist möglicherweise wütend, aggressiv oder auch einfach nur verletzt, da du dich mit einer „unfairen“ Beschuldigung konfrontiert siehst und nicht weißt, wie du reagieren sollst.
Zunächst einmal solltest du einen Schritt zurücktreten und dir bewusst machen, dass deine Perspektive nicht die einzig existente ist. Wie es anderen geht ist mindestens genauso relevant. Versuche zu verstehen, dass die Benennung einer Grenzverletzung nicht leicht ist und mit Sicherheit nicht leichtfertig getroffen. Weiters solltest du begreifen, dass das Ausgesetztsein von sexistischer Gewalt meist ein Gefühl der Ohnmacht zur Folge hat, möglicherweise auch triggernd oder (re)traumatisierend wirken kann. Dir sollte klar sein, dass die Konsequenzen für Betroffene sehr schwerwiegend sein können und nicht im Verhältnis zu einem „beleidigt sein“ stehen. Deshalb ist es entscheidend, dich selbst weitgehend zurück zu nehmen und dein Augenmerk auf die Bedürfnisse der Betroffenen zu richten. Eine aggressive oder relativierende Reaktion kann die Folgen deiner Grenzverletzung verstärken!

Eine Person hat dich also mit einer Grenzverletzung konfrontiert – was nun? Hier ein paar Anregungen, die dir und folglich der Betroffenen helfen können, mit dieser Situation umzugehen:

Die Definition, ob eine Grenzverletzung stattgefunden hat, liegt allein bei der Betroffenen!
Ein Bestreiten dieser Grenzverletzung bedeutet, dass du ihre Wahrnehmung und ihr Empfinden nicht anerkennst. Dein Verhalten hat womöglich nicht auf eine Grenzverletzung abgezielt, mache dir aber bewusst, dass diese stattgefunden hat. Diskutiere nicht darüber! Versuche nicht, eine Grenzverletzung objektiv zu beurteilen, das ist nicht möglich. Bewerte euer Verhalten nicht nach „richtig“ oder „falsch“, sondern anerkenne vielmehr die Wahrnehmung der anderen Person und die Verletzung ihrer persönlichen Grenzen.
Gerade weil die Benennung einer Grenzverletzung schwierig ist, solltest du die Courage anerkennen, die dahinter steht!
Fühl dich nicht angegriffen, sondern erkenne die Möglichkeit, dein eigenes Verhalten zu reflektieren. Niemensch ist frei von Sexismen, doch Ziel sollte es sein, diese wahrzunehmen, zu hinterfragen und weitere Grenzverletzungen zu vermeiden.
Da euer Näheverhältnis bei der Konfrontation für euch beide eine Rolle spielt, solltest du dieses nicht außer Acht lassen.
Wenn ihr euch in gemeinsamen sozialen Zusammenhängen aufhaltet, kann es für die Betroffene umso schwieriger sein, dich zu konfrontieren, gerade weil deine Reaktion darauf erheblichen Einfluss auf ihr Umfeld haben kann und wird. Viele Betroffene werden durch fehlende Parteilichkeit unweigerlich aus Zusammenhängen ausgeschlossen. Dynamiken und Gossip sind nicht zu unterschätzen. Zuschreibungen, die der Betroffenen gemacht werden, wie bspw. „übertrieben zu reagieren“, „empfindlich zu sein“, „zu radikal zu sein“, „zu enge Grenzen zu haben“, „emotional zu reagieren“, „zu provozieren“, „rachsüchtig zu sein“, „zu lügen“ etc. reproduzieren Sexismen und können sich vernichtend auf die Betroffene und ihre sozialen Kontakte auswirken und dadurch negativen Einfluss auf die Versorgung mit möglicherweise dringend benötigter emotionaler Unterstützung nehmen.
Deine Reaktion und die damit verbundenen Konsequenzen können unter Umständen eine noch größere Grenzverletzung darstellen, also sei dir dessen immer bewusst und überlege gut, bevor du handelst oder Konfrontation verweigerst.
Gerade innerhalb von sexuellen Beziehungen kommt es oft zu Grenzverletzungen.
Sei dir immer bewusst, dass das Einverständnis zu einer bestimmten Handlung kein anderes impliziert! Wenn eine Person sagt, dass Küssen ok ist, dann sagt sie, dass Küssen ok ist und du solltest nicht davon ausgehen, dass es ok ist, wenn du mehr versuchst. Wenn eine Person Bedenken äußert, ist jeder weitere Versuch sexuelle Handlungen vorzunehmen eine Bedrängung. In diesem Fall solltet ihr erst abklären, was ok ist und was nicht. Sexuelle Handlungen an einer Person, die stark unter Drogen steht, nicht ansprechbar ist oder schläft geschehen nicht mit Einverständnis! Nur weil du in einer Beziehung mit einer Person bist, heißt das nicht, dass du ein Bestimmungsrecht über ihren Körper hast. Setzt dich am Besten mit dem Konsensprinzip auseinander. Es ist eine antisexistische Praxis, die ihr natürlich nicht berücksichtigen müsst. Grundsätzlich ist aber absolut notwendig, dass Konsens die Basis deiner sexuellen Handlungen darstellt, da du ansonsten sexualisierte Gewalt ausübst.
Solltest du dir einer Grenzverletzung ansatzweise bewusst sein, bist du nicht „aus dem Schneider“, nur weil die betreffende Person dich nicht darauf anspricht. Betroffene können aus vielen Gründen schweigen, sei es aus Angst, Überdrüssigkeit, Gewohnheit oder weil sie es dir nachsehen etc. Sexistisches Verhalten solltest du aber in jedem Fall reflektieren und es liegt an dir, diesen Schritt zu tun! Wenn dich die Person ignoriert oder meidet, solltest du allerdings bedenken, dass eine Konfrontation nicht in ihrem Interesse sein könnte. Versuche also zuerst in Erfahrung zu bringen, ob diese Auseinandersetzung ok für sie* ist.
Wenn es der Betroffenen schwer fällt darüber zu sprechen, dränge sie niemals!
Schlage gegebenenfalls vor, eine unterstützende Person hinzuzuziehen.
Es kann auch vorkommen, dass du von Personen angesprochen wirst, die deine Grenzverletzung unabhängig der Betroffenen bemerkt haben.
Ziehe dich nicht aus der Verantwortung, nur weil die Betroffene dich nicht konfrontiert oder dich sogar verteidigt. Du solltest bedenken, dass auch „Aussenstehende“ sich unwohl fühlen können, da sexistisches Verhalten sich nicht im persönlichen Rahmen abspielt und offen angeprangert werden muss. Weiters muss dein Verhalten auch nicht gegen eine bestimmte Person gerichtet sein. Es ist natürlich möglich, die Grenzen vieler Menschen gleichzeitig zu verletzen. Grundsätzlich ist jede sexistische Grenzverletzung eine Überschreitung unser aller Grenzen.
♀ Je nachdem, wie die Betroffene die Grenzverletzung erlebt hat und welchen Umgang sie damit gefunden hat, kann es auch passieren, dass du von Außenstehenden oder einer Unterstützer_innengruppe darauf angesprochen wirst.
In diesem Fall richte dich ebenso diskussionslos nach den Bedürfnissen der Betroffenen, die von diesen Personen artikuliert werden. Du kannst deiner Empathie Ausdruck verleihen, möglicherweise zusammen mit diesen Leuten darüber reflektieren und unter Umständen eine für euch alle sichere Kommunikationsebene schaffen. Sei dir aber immer bewusst, dass die von dir verletzte Person keine Verpflichtung hat, sich mit dir oder deinem Verhalten auseinanderzusetzen. In jedem Fall ist es wichtig, deinen weiteren Umgang mit dieser Thematik nach den Bedürfnissen der Betroffenen auszurichten, ihre Wünsche zu respektieren und dich nicht abermals ihrer Entscheidungen zu bemächtigen.
♀ Kommuniziere die Grenzverletzung nicht weiter!
* Denn es handelt sich hierbei nicht in erster Linie um eines deiner Erlebnisse, sondern um eines der Betroffenen, das sie möglicherweise nicht bekannt machen möchte.
* Nur, weil du darauf angesprochen wirst, bedeutet das nicht, dass die Grenzverletzung zu einem öffentlichen (Diskussions)thema werden darf. Kommuniziere ausschließlich mit Leuten darüber, die von der Betroffenen zur Konfrontation bemächtigt wurden.
* Wahre auch deine eigenen Grenzen, indem du dir zugestehst, wenn du Hilfe benötigst. Es kann auch für dich belastend sein, eine Grenzverletzung begangen zu haben und dein eigenes Verhalten zu reflektieren. In diesem Fall solltest du dich nach Einzelpersonen, Unterstützer_innengruppen oder Beratungsstellen umsehen, die dir und somit auch der Betroffenen mit der Situation helfen können. Achte darauf, dass es sich bei deinen Vertrauenspersonen nicht um jene aus dem Umfeld der Betroffenen handelt, setze bei diesen Personen außerdem Parteilichkeit mit ihr und absolute Verschwiegenheit voraus.
* Spricht nicht mit Freund_innen darüber, um dir Bestätigung für deine „Unschuld“ zu holen.
* Je nachdem, welche Mechanismen und Intentionen hinter deinem Verhalten stecken, solltest du auch über eine Therapie nachdenken.

Es wäre generell nicht schlecht, dich mit sexualisierter Gewalt und möglichen Folgen daraus auseinander zu setzen.
Lies Texte zu diesem Thema oder reflektiere mit anderen darüber. Es ist wichtig, dass du versuchst, dich in das Erleben von Betroffenen hineinzuversetzen. Dadurch wirst du zwar keine exakte Vorstellung des individuellen Empfindens einer anderen Person bekommen, aber es wird dir helfen, grundsätzliche Empathie und Vorsicht im Umgang mit anderen zu entwickeln.

Es kann sein, dass dir eine vorgeworfene Grenzverletzung absurd und nicht nachvollziehbar vorkommt, da du sie resultierend aus deinen eigenen Erfahrungen und Wahrnehmungen beurteilst. In diesem Fall solltest du dir selbst klarmachen, dass so gut wie jede Frau* in ihrem Leben Erfahrung mit sexualisierter Gewalt gemacht hat, Sexismus und Gewalt in den Grundfesten unserer Gesellschaft verankert sind und daher eine Grenzverletzung auch nicht unabhängig dieser Dinge existent ist! Grenzverletzungen stehen natürlich in Bezug zueinander und unserer Umwelt, so ist es dir nicht möglich zu bestimmen, wann die Grenzen einer anderen Person überschritten werden. Das kann nur jede Person selbst bestimmen. Eine Grenzverletzung muss also weder „offensichtlich“, noch nachvollziehbar sein und unter Umständen auch nicht beabsichtigt. In all diesen unbestimmbaren „Grauzonen“ ist es unmöglich, eine „Anleitung“ zum Umgang mit Grenzverletzungen zu finden, daher werden wir nicht Müde die Notwendigkeit von Empathie, Respekt und Anerkennung zu betonen! Und gerade weil viele Faktoren eine Rolle spielen, versuchen wir innerhalb dieses Textes keinen festgelegten Rahmen für Arten von Grenzverletzungen zu zulassen.

Eine sehr häufige Form der Grenzverletzung, die oft verborgen bleibt und wir hier ebenso behandeln möchten, ist ein Trigger, das heißt Auslöser für Erinnerungen an vergangene Grenzverletzungen. Wenn Leute getriggert werden, kann das bedeuten, dass sie Flashbacks haben, sich im unmittelbaren Wiedererleben dieser Erinnerungen befinden, als würden sie gerade geschehen. Getriggert werden kann auch bedeuten, dass unser Körper sich erinnert, uns schlecht wird, wir zittern, wütend werden oder Panikattacken bekommen. Trigger können retraumatisierend wirken, unter Umständen die Aufarbeitung eines Traumas lostreten und sind nicht gebunden an zeitliche Begrenzungen. (Re)traumatisierung hat meist unabsehbare, beängstigende und kraftraubende Konsequenzen für Betroffene, die kaum Einfluss auf diese Reaktion nehmen können und daher ist es wichtig, solche Vorgänge nicht unbedacht zu verstärken. Wenn du also mit einer traumatisierten Person zu tun hast, sind eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik und ein sehr behutsamer Umgang unerlässlich.

Nicht jede Betroffene einer Grenzverletzung wird getriggert, doch grundsätzlich kann sexistische Gewalt immer triggern und aufgrund der Verankerung, die sexualisierte/sexistische Gewalt in unserer Gesellschaft genießt, sollten wir immer davon ausgehen, dass unser_e Gegenüber durch unser Verhalten getriggert werden könnte. Andererseits können Trigger natürlich auch durch scheinbar „harmlose“ (nicht bedingt sexuell konnotierte) Handlungen ausgelöst werden und somit kann ein Umgang auch für dich als auslösende Person sehr schwierig sein. Wenn du also mit der Verursachung einer triggernden Grenzverletzung konfrontiert wirst, die auf dich nicht nachvollziehbar wirkt, dann nimm Abstand von dem Drang dich zu rechtfertigen oder irgendetwas „richtig stellen“ zu wollen. In keinem Fall solltest du den Vorfall relativieren oder lächerlich machen! Bewege dich fort von der Frage nach „Schuld“ und anerkenne die Tatsache, dass es so passiert ist, wie dir kommuniziert wird. Bedenke immer den strukturellen Sexismus und die allgegenwärtige Gewalt, die es gemeinsam zu bekämpfen gilt. Versuche, wenn möglich, gemeinsam mit der betreffenden Person herauszufinden, was ihr tun könnt, damit es ihr besser geht und wie solche Grenzverletzungen in Zukunft verhindert werden können.

Achte bei all dem aber auch auf deine eigene Grenzen! Wenn du Schwierigkeiten damit hast, einer Konfrontation stand zu halten, weil du unter Umständen selbst Erfahrungen mit übergriffigem Verhalten gemacht hast oder weil du Angst hast etwas „falsch“ zu machen, deine Wut nicht in den Griff bekommst oder einfach „nichts verstehst“, hol dir Unterstützung!

Was leider viel zu oft, das heißt in der Regel eigentlich immer passiert, ist dass sich nur Betroffene und gegebenenfalls Unterstützer_innen mit einer Grenzverletzung auseinandersetzen oder versucht wird, Verursacher* dazu zu zwingen. Wir finden es sehr notwendig, dass die Bedürfnisse von Betroffenen anerkannt und Forderungen konsequent, egal ob mit oder ohne Einverständnis der Verursacher*, umgesetzt werden. Wenn eine Betroffene in eine Konfrontation nicht involviert sein möchte oder aber anonym bleiben will, steht natürlich jede andere Auseinandersetzung außer Diskussion! Wenn allerdings eine Konfrontation erwünscht ist, sollte diese auch möglich sein. Leider ist das selten so und in den meisten Fällen gibt es auch keine Unterstützer_innen oder Betroffenen fällt es schwer, Bedürfnisse überhaupt zu artikulieren. Außerdem werden viele Grenzverletzungen, die in all die „Grauzonen“ fallen, oft gar nicht angesprochen. Von Betroffenen wird erwartet, dass sie „darüber stehen“, kein „Aufsehen erregen“, andere nicht vermeintlich „zur Positionierung zu zwingen“, eben selbst damit klar zu kommen. Da Kritik und Forderungen viel sichtbarer sind als die im Privaten begangene Grenzverletzung, werden Betroffene oft zu einem „Störfaktor“ degradiert und somit zusätzlich belastet. Eine gemeinsame, verständnisvolle Auseinandersetzung, die mögliche Folgen für Betroffene verhindern könnte, finden in den meisten Fällen nicht statt und das ist nicht nur verantwortungslos, sondern unter anderem auch sehr schade.

Es ist also wahrscheinlich, dass du bereits Verursacher* vieler Grenzverletzungen bist ohne es zu wissen, unabhängig der individuellen Art der Grenzverletzung und mit unterschiedlichen Relevanzwahrnehmungsintensitäten der Betroffenen. Ein erster Schritt ist, sich dessen bewusst zu werden. Ein weiterer ist, über Möglichkeiten zu reflektieren, mehr Kommunikation zu ermöglichen. Würden wir uns alle mehr mit Sexismen und Grenzverletzungen befassen, wäre es möglich eine vertrauensvolle Basis zu schaffen, um unseren Umgang untereinander befreiter zu gestalten. Außerdem ist es unfair, Frauen* und andere Gender mit dem Kampf gegen Sexismus und den Folgen von Grenzverletzungen allein zu lassen. Es ist wichtig, dass wir als Frauen* für uns selbst einstehen und Männer* nicht versuchen, sich unseres Feminismus zu bemächtigen. Aber viel zu oft wird die Notwendigkeit des Widerstandes in die Ecke der Frauen* und anderer Gender geschoben, wo sie vielleicht zuerst erkannt wird, mit Sicherheit aber nicht allein wahrgenommen werden sollte!

LASST UNS GRENZVERLETZUNGEN GEMEINSAM VERHINDERN

 

 

*In dem Text werden Begriffe wie Betroffene und Verursacher nicht gegendert, um die Verhältnisse in der Gesellschaft nicht zu verschleiern, die durch strukturelle Gewalt, Machtverhältnisse und Geschlechterhierarchie existent sind. Wir wollen damit nicht verschweigen, dass Gewalt von allen Gender augeübt werden kann.

 

(Ↄ) reSISTⒶS

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folgender Text wurde uns anonym zugeschickt:

Pro-feministisch: Wieso nicht!?!

Es ist wichtig, dass wir als Frauen* für uns selbst einstehen und Männer* nicht versuchen, sich unseres Feminismus zu bemächtigen. Aber viel zu oft wird die Notwendigkeit des Widerstandes in die Ecke der Frauen* und anderer Gender geschoben, wo sie vielleicht zuerst erkannt wird, mit Sicherheit aber nicht allein wahrgenommen werden sollte!“ (reSistas)

Warum dieser Text?

In letzter Zeit sind in Wiener autonomen Kreisen wieder verstärkt Diskussionen um anti-sexistische Ansprüche und sexistische Praxis zu verzeichnen. Das ist unerfreulich, weil diese Diskussionen ihre Anlässe haben. Es ist aber insofern auch erfreulich, als es zeigt, dass solche Anlässe nicht ohne Reaktion bleiben. Zu verweisen wäre etwa auf das „Anti-Man(n)ifest zur Vernichtung der Freiräume“ (http://at.indymedia.org/node/21249) und dessen Nachfolgetext (http://at.indymedia.org/node/21511) oder die Diskussionen um Sexismus und Übergriffe im (inzwischen nicht mehr) besetzten Epizentrum. Im Zuge dieser Debatten wurde wiederholt und zurecht darauf hingewiesen, dass Antisexismus nicht bloß Frauensache sei, und wurde (mehr) aktives Engagement von Männern* in diesem Bereich eingefordert. Dieses blieb aber, jedenfalls soweit ich es wahrnehmen konnte, dennoch gering. Konstruktive Debattenbeiträge – also solche, die nicht ständig an der Kippe zur Täter-Opfer-Umkehr, zur Relativierung der Sexismus-Problematik in der Linken oder zur Rechtfertigung sexualisierter Gewalt entlang schrammen oder diese Grenzen gar überschreiten – sind gegenüber jenseitigen Tiraden deutlich in der Minderzahl; von einer kontinuierlichen Betätigung im profeministischen Sinn – etwa in der Täterarbeit oder der theoretischen Auseinandersetzung mit Männlichkeiten – scheint ohnehin keine Rede zu sein (womit freilich nichts darüber gesagt ist, was auf der Ebene individuellen Alltagshandelns in dieser Richtung passieren mag – oder auch nicht). Im *[linkes Forum anonymisiert] wurde vor einiger Zeit ein Thread für die Erörterung profeministischer Handlungsoptionen eröffnet – auch hier war die Resonanz mau. Auch mir geht es mit dem vorliegenden Text nicht darum, solche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Stattdessen möchte ich versuchen, einen Schritt zurückzugehen und Gründe zu erörtern, die Männer* davon abhalten, sich Antisexismus und Pro-Feminismus zu wirklichen, über pflichtschuldige Bekenntnisse hinausgehenden Anliegen zu machen und sich dementsprechend zu verhalten. Diese Überlegungen sollen gerade nicht dazu dienen, männliche* Passivität zu rechtfertigen bzw. für sie um Verständnis zu werben; die Idee wäre vielmehr, dass das offene Ansprechen einiger solcher Gründe vielleicht einen ersten Schritt darstellt, diese Hindernisse zu überwinden und damit den Weg ein Stück weit freizumachen für eine ergiebige Suche nach Möglichkeiten profeministischer und antisexistischer Praxis durch Männer*.

Vorweg: zum Reiz der queerness

Ich bin ein Bio-Mann, der von seiner Umwelt auch seit jeher so wahrgenommen und behandelt wurde. Dass eben diese Behandlung den Bio-Mann zum Sozio-Mann macht, ihn in seiner Wahrnehmung der Umwelt und in seinem Verhalten prägt, wird von Männern* in Diskussionen um (Anti-)Sexismus gerne ignoriert, um sich als Opfer von (feministischer) Verfolgung darstellen zu können, denen doch außer ihres biologischen Geschlechts – für das sie nun einmal wirklich nichts könnten – nichts vorzuwerfen sei. Hand in Hand damit geht die Diffamierung von Feministinnen entweder als rückständige Geister, die immer noch an der Relevanz des biologischen Geschlechts festhalten (ein Denken, das mann selber, fortschrittlich und radikal wie man ist, schon längst hinter sich gelassen habe); oder als Heuchlerinnen, die einerseits queerness predigen, bei Bedarf aber ihre Butler schnell wieder aus der Hand legen, um Männern* ganz willkürlich angebliches Fehlverhalten anzukreiden und sie fertigzumachen.

In den eingangs angesprochenen Diskussionen fanden sich diese Argumentationsweisen immer wieder. Sie machen deutlich, dass „queer-sein“ (oder eher: so tun) für Männer* äußerst reizvoll und bequem ist, solange es ihnen nur zusätzliche Freiheiten bringt. Wird aber queerness beansprucht, ohne gleichzeitig jene Privilegien aufzukündigen bzw. kritisch zu hinterfragen, über die Männer* aufgrund ihrer maleness verfügen, ergibt das zwar für die Betreffenden ein gutes Geschäft – für Nicht-Männer* aber bringt es eine weitere Einschränkung von Räumen durch die (weitere) Ausweitung männlicher Handlungsfreiheit. Damit soll nicht behauptet werden, dass Verqueerung nur als Nullsummenspiel denkbar ist: keine verliert Freiheit dadurch, dass andere beginnen sich die Nägel zu lackieren oder beim Tanzen auch die Arme zu verwenden. Wenn aber Männer* ganz nach Bedarf mal auf ihre ach-so-queere Identität pochen, mal die Vorteile ihrer maleness in Anspruch nehmen, wird Verqueerung (ob bewusst oder nicht) zur bloßen Ursurpierung von (physischen und anderen) Räumen, in die mann bislang nicht rein durfte – zur männlichen Raumnahme.

Es ist recht banal, aber offenbar dennoch auch unter linksradikalen Männern* nicht allgemein anerkannt: dass gender `unser´ (der Männer*) Verhalten prägt, ist keine Frage einer Willensentscheidung. Sehr wohl beeinflussbar ist aber, wie wir damit umgehen – ob wir diesen Einfluss reflektieren und ihn damit bearbeitbar machen, oder ob wir ihn, wie oben demonstriert, schlichtweg für inexistent erklären und ihm damit ermöglichen, unbearbeitet weiterzuwuchern.

Wichtigeres“ zu tun …

Von einer Banalität zur nächsten: der erste und wichtigste Grund für mangelnde pro-feministische Aktivität ist schlichtweg mangelndes Interesse. Es gibt unzählige drängende Probleme vor der Haustür und in aller Welt, die hinter der eigenen Haustür erscheinen da weniger drängend. Und Sexismus sowieso, denn reflektiert ist mann eh schon. Klar, eigentlich wär das schon auch ein Thema, aber wenn doch gleichzeitig Nazis gestoppt gehören, der Kapitalismus verstanden werden will und es gilt, dem guten Leben eine Immobilie zu organisieren, muss mann schon Prioritäten setzen: der Tag hat ja nur 24 Stunden. Noch dazu gäbs ja auch so allerhand andere Unterdrückungsmechanismen: gegen Behinderte, gegen Homosexuelle, gegen autochthone Minderheiten, gegen visible minorities … Sicher, mit denen beschäftigt mann sich jetzt auch nicht so ausführlich, aber gerade das Sexismusthema wird doch ohnehin von den Frauen beackert. Und weil die das am allerliebsten tun, muss sich halt auch wer um die revolutionären Belange kümmern, bzw. um jene, die das System als Ganzes (eben als Gesamtscheisse) in den Blick nehmen und nicht nur einen Ausschnitt davon. Ungefähr so oder ähnlich gehen die Gedankengänge vieler, und ich traue mir das nur deshalb zu behaupten, weil sie mir selbst nicht ganz fremd sind (die subjektive und autobiographische Perspektive gilt im Übrigen für den gesamten Text).

Hinter dieser Einstellung steht einerseits Ignoranz gegenüber Problemen, die nicht als die eigenen empfunden werden. Ja, es gibt auch ein männliches* Leiden unter den Einschränkungen der eigenen Geschlechterrolle, das sollte aber meines Erachtens losgelöst von Antifeminismus und Sexismus gegenüber Frauen diskutiert werden – allzu leicht gleitet die Diskussion sonst in die Relativierung und letztlich Verschleierung geschlechtsbezogener Herrschaftsverhältnisse ab. Neben simpler Ignoranz ist als zweiter Grund für männliches* Desinteresse die Ahnung zu nennen, dass eine ernsthafte Beschäftigung mit diesem Themenkomplex in gewisser Hinsicht nicht im eigenen Interesse liegt: einerseits, weil sie, wenn „richtig“ gemacht, kaum angenehm sein wird (es lebt sich angenehmer in der Rolle des Guten, der selber vorgeblich keinen Anteil am Bösen hat – auch deshalb ist die Nazijagd so viel beliebter als das konsequente Vorgehen gegen sexistische Grenzüberschreiter); andererseits, weil – vielleicht unbewusst – schlicht die Bereitschaft fehlt, Privilegien abzugeben, was aber notwendige Konsequenz einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem eigenen gegenderten Verhalten sein würde.

Zweifelhafte Motive

Ein zweiter Grund für männliche* Enthaltsamkeit in Sachen Pro-Feminismus ist fehlendes Vertrauen in die eigenen Motive, sich entsprechend zu betätigen. Dieser Vertrauensmangel existiert in der eigenen Wahrnehmung ebenso wie in der Wahrnehmung durch andere. Je ostentativer, je wahrnehmbarer Männer* sich in antisexistischem und pro-feministischem Sinne engagieren, umso eher stehen sie in Verdacht, dies nicht deshalb zu tun, weil es ihnen ein echtes Anliegen wäre – sondern z.B., um bestimmten Szenenormen zu entsprechen, um an Popularität zu gewinnen, nicht zuletzt bei Frauen*. Bezeichnender Weise wurde der vorhin erwähnte *[linkes Forum anonymisiert]-Thread mit der Bemerkung eingeleitet: „was dieser thread nicht sein soll: reflektiertere jungs können hier ihre ‚ihr seid eh so toll‘ bestätigung abholen“. Dieser Disclaimer ist nur allzu nachvollziehbar und das darin zum Ausdruck kommende Misstrauen nur allzu berechtigt (und wieder: ich weiß wovon ich rede). Möglicherweise vermuten Männer* aber auch auf Seiten von Feministinnen mehr Misstrauen ihnen und ihren Motiven gegenüber, als tatsächlich vorhanden ist. Das würde auf schlechtes Gewissen hindeuten – darauf, dass mann dem eigenen Pro-Feminismus selbst nicht über den Weg traut. Auch dieses Misstrauen hat gute Gründe: mann ist sich bewusst, dass konsequenter Profeminismus auf gewissen Ebenen Verzicht bedeutet – und der kann sich unerfreulich anfühlen, auch wenn es Verzicht auf Privilegien ist, die mann aus linksradikaler Perspektive „hirnmäßig“ ohnehin für skandalös hält; mann weiß auch um den eigenen Sexismus, wie er immer wieder in einschlägigen Gedankengängen durch den Kopf zuckt; um eigene Schönheitsideale, die mit Anti-Lookism so gar nichts zu tun haben; um eigene sexuelle Vorlieben und Wünsche, die nicht gerade den Drehbüchern feministischer Pornos entstammen; möglicherweise um Grenzüberschreitungen, die mann begangen hat; all das wirft doch kräftige Zweifel auf, was einen nun wirklich dazu animiert, auf eine Antisexismus-Veranstaltung zu gehen oder gar eine zu organisieren: der Zorn über sexistische Zustände – oder vielleicht doch nur das Bestreben, angesichts der erwähnten Einstellungen, Gedanken und Taten mit den eigenen politischen Idealen ins Reine zukommen (und vor allem: nichts von diesen dunklen Geheimnissen nach draußen dringen zu lassen). Die eigenen Zweifel sind also ebenso begründet wie jene der (feministischen) Außenwelt – und wirken lähmend. Zumal die Zweifel sich noch gegen ihre eigene Reflexion kehren lassen: zeigt nicht gerade der Umstand, dass ich mich nicht nur profeministisch äußere, sondern auch noch meine Motivlage dabei hinterfrage, dass ich nun aber wirklich der Superreflektiersteste von allen bin? Ist das nicht einfach Selbst- und Fremdtäuschung auf höherer Abstraktionsebene? Und wenn wir schon dabei sind: wieso schreibe ich eigentlich wirklich diesen Text?

Paternalismusgefahr und Legitimitätsdefizite

Ist angesichts solcher Fragen Pro-Feminismus schon ganz allgemein ein unwegsames Terrain, so bündeln sich in der Frage von Übergriffen und sexualisierter Gewalt sämtliche damit verbundenen Problematiken wie nirgendwo sonst. Zum einen ergibt sich hier die Gefahr, sich paternalistisch zu verhalten bzw. den Macker raushängen zu lassen. Als ein Beispiel kann der heurige Wiener Slutwalk genannt werden. Wer dort war weiß, dass schon am Sammelpunkt so einiges an Publikum herumstand, das nicht gerade zur Standardausstattung linker Demos gehört. Einige Typen erweckten (nicht nur für mich) den Eindruck, weniger aus einer Motivation im Sinne des Aufrufs als zum „Schlampenschauen“ gekommen zu sein. Einige von diesen begleiteten (verfolgten?) die Demo über lange Strecken, teilweise in unablässig scherzenden, Bier-trinkenden Männerkleingruppen. Auch zu Übergriffen kam es (wobei ich nicht beurteilen kann, inwiefern diese von „Zaungästen“ der beschriebenen Art oder auch „aus der Szene heraus“ verübt wurden). Mich zum Verhalten dieser Typen zu verhalten, fand ich kompliziert: einerseits wollte ich mir nicht anmaßen zu beurteilen, wovon Frauen* sich belästigt zu fühlen hätten – bzw. im Fall der Übergriffe: nicht den Eindruck vermitteln, ich hielte meine Hilfe für notwendig, um mit den Typen fertig zu werden. Andererseits fragte ich mich, ob es vielleicht im Sinne jedenfalls mancher Frauen* gelegen wäre, sich nicht selbst mit diesen Problemen herumschlagen zu müssen und vielmehr ungestört die Demo zelebrieren zu können. Zu dieser Paternalismusproblematik kam aber auch die Frage, welche Legitimität ein etwaiges Einschreiten meinerseits überhaupt haben könnte: woher nehme ich die moralische Rechtfertigung, Sexismus und Übergriffigkeit an anderen zu ahnden? Aus dem Umstand, dass ich meinen eigenen Sexismus in der Regel etwas besser unter der Oberfläche halten kann? Aus dem Umstand, dass ich meine eigenen Grenzverletzungen „eh nur“ unabsichtlich begangen habe und sie mir außerdem „eh leid tun“? – Wohl kaum. Ich glaube, dass das ein Grund (aber sicher nicht der einzige – siehe mangelndes Interesse / Ignoranz) dafür ist, dass von Männer*-Seite in Sachen Täterarbeit doch recht wenig zu passieren scheint, jedenfalls in Wien. Es ist eine heikle Sache, einen Täter konsequent zu konfrontieren (egal ob in Sanktionierungs-, Therapierungs- oder Resozialisierungsabsicht), der einem vor Augen führt, was mann als Potenzial in sich selber trägt; dessen Konfrontierung die Frage aufwirft, inwieweit eigenes Fehlverhalten in der Vergangenheit sich vielleicht nur quantitativ von dem unterschiedet, was dieser Typ begangen hat. Diese persönliche Befangenheit, dieses Wissen um den potentiellen (oder auch schon realen) Täter in sich selbst macht den Umgang mit Vorfällen sexualisierter Gewalt so kompliziert, dass die Probleme schon weit vor einer direkten Täterkonfrontation beginnen. Wenn ich etwa den Text der reSistas heranziehe, der sich an Grenzverletzer richtet (http://resistas.blogsport.eu/?page_id=115) und aus dem auch das einleitende Zitat stammt, bin ich einerseits beeindruckt von dem Maß an Einfühlungsvermögen, das darin zum Ausdruck kommt und finde es beschämend, dass nicht Männer* imstande und/oder bereit waren, einen solchen Text zu schreiben. Gleichzeitig glaube ich, dass mich die Lektüre des Textes in diesem Fall nachhaltig irritiert hätte, weil mir soviel offenkundige Empathie für Täter durch Männer* einerseits naheliegend, andererseits aber auch äußerst erschreckend erschienen wäre – umso mehr, wenn ich sie an mir selbst feststellte.

Die zuletzt gestellte Frage – weshalb Männer* sogar noch die Täterarbeit als Bringschuld von Frauen* anzusehen scheinen – führt gewissermaßen an den Ausgangspunkt dieses Textes zurück. Es ließen sich gewiss noch weitere Punkte anführen und zu den einzelnen Punkten weitere Aspekte ergänzen, auch solche, die in Richtung von Lösungen für die angesprochenen Dilemmas bzw. in Richtung einer gangbaren Praxis weisen. Ich halte es aber für sinnvoll, es erstmal bei der Problemanalyse zu belassen, auch weil der Text ohnehin schon sehr lang geworden ist. Vielleicht kann der Text dem einen oder anderen als Anstoß für die innere und vielleicht auch äußere Auseinandersetzung dienen.

Schließen möchte ich mit dem nochmaligen Hinweis dass, soferne irgendetwas in diesem Text als Rechtfertigung männlicher Abstinenz in Sachen antisexistischen und profeministischen Engagements lesbar erscheint, dies dem Gegenteil meiner Intention entspricht.

Joe Shmoe

Ⓐ♀Ⓐ

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Eine Antwort auf Texte

  1. schmutsekaze sagt:

    @Joe: Vielen Dank für diesen Text! Hat mich in vielem bestätigt, was ich selbst mir zu dem Thema latent schon gedacht hab. Deine ehrlichen Reflektionen haben dieses Wissen in meinem Bewusstsein aktualisiert. Dazu möchte ich zwei Punkte sagen.
    1. Ist es nicht das Problem des Menschentieres insgesamt, dass die Regungen und Impulse (ob natürlichen oder kulturellen Ursprungs), die uns „tierisch“ und unsozial an uns selbst vorkommen, gesellschaftlich abgespalten, verdrängt und unterdrückt werden, um die notwendige Integrität unseres Selbstbild zu erhalten? Diese abgespalteten Eigenschaften projizieren wir dann auf andere Gruppen von Menschen oder auf Lebewesen allgemein und legitimieren dadurch deren Ausgrenzung/Ausbeutung/Unterdrückung/Zerstörung.
    Bekämpfen wir in ihnen nicht immer ein Stück von uns selbst? Das Stück das uns „unmenschlich“ vorkommt und dass deshalb nicht sein darf, weil es uns Angst macht? Ist aber der erste Schritt zum Beenden dieses Krieges nicht die Auseinandersetzung mit dem, was uns in uns selbst Angst macht? Erkennen wir an, dass wir Teil der Natur sind, erkennen wir an, dass wir Sexualtrieb, Aggressionen und Machtgelüste, Rachefantasien und Vernichtungsimpulse in uns tragen! Erst dann können wir prüfen, ob diese Teil unseres Potentials als Ausdruck des Prinzips Leben ins uns sind (so wie das Bedürfnis nach Kontakt und Kommunikation) oder Ergebnisse unserer kulturell gewachsenen Stukturen der automatischen Unterdrückung an sich natürlicher Bedürfnisse . Aber dazu muss man sich selbst ohne Angst in die Seele schauen, auch wenn dann der potentielle Gewalttäter ins uns zurückschaut. Wenn wir ihn ignorieren, dass sagst du ja selbst ganz richtig, kann er unbeobachtet weiterwuchern.
    Insofern ist die Beschäftigung mit dem eigenen Sexisten für Männer* also durchaus Teil der Beschäftigung mit der „Gesamtscheiße“. Sie ist sogar der Kern der Gesamtscheiße! Unsere Mainstreamgesellschaft und alle Strukturen in ihr (also auch Sexismus, und auch Kapitalismus) bekämpfen das Prinzip des Lebendigen ins uns selbst. Und wodurch wird das Lebendige und alles was damit verbunden ist (Tod, das Begehren sich mit anderen Menschen körperlich zu vereinigen, Unkontrollierbarkeit) traditionellerweise symbolisiert? Durch das Weibliche. Deine sexistischen Regungen sind also das Ergebnis und das Symptom desselben Mechanismus, der bewirkt, dass wir immer noch in der Gesamtscheiße sitzen. Erst wenn unsere Gesellschaft das Streben des Lebendigen in sich selbst (in Form des Weiblichen) nicht mehr ausgrenzt/ausbeutet/unterdrückt/zerstört, kann auch die Gesamtscheiße besser werden. Der Schlüssel liegt in einem veränderten Verhältnis der Geschlechter und damit auch zu uns selbst als Lebewesen. Das kannst du deinem inneren Zweifler sagen, wenn er mal wieder vorschützt, sich mit Wichtigerem beschäftigen zu müssen. Und in Wirklichkeit nur Angst vor sich selbst hat. Erkenne dich selbst, ohne Angst. Erst dann kannst du eine feste Haltung zu dir selbst und zu dem Potential alles Lebendigen in dir und in Anderen einnehmen. Und damit die eigene lebens- (frauen-) feindliche Einstellung überwinden.
    2. Zum Thema angeblich reflektierter Männer* und Paternalisierung hatte ich gestern ein hübsches Erlebnis. Hab einen Blogpost drüber geschrieben. Bist herzlichen eingeladen mal vorbei zu schaun. schmutsekaze :3

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